Wushu Taichi Kung-Fu Qi-Gong | European Wushu Academy
Unterricht Daoismus

Unterricht

kinder

Wude (德) - die Kampfkunsttugend

Der Begriff „Wude“ setzt sich zusammen aus Wushu und Daode. 

Wushu bedeutet chinesische Kampfkünste, 

Daode kann mit Tugendhaftigkeit übersetzt werden. 

Wude steht demnach für die Kampfkunsttugend. 

Wude beinhaltet Elemente aus dem Konfuzianismus, dem Daoismus und dem Buddhismus. 

Jeder, der die chinesischen Kampfkünste erlernen möchte, muss darum bemüht sein, die Kampfkunsttugend (WuDe) zu verstehen, und dementsprechend zu handeln. Wer sich nicht tugendhaft verhält, wird nie ein wahrer Kampfkünstler sein, sondern im besten Fall ein Sporttreibender, der lediglich bestimmte Bewegungen kopiert, den eigentlichen Sinn des Wushu-Trainings aber nie verstehen wird. Das Erlernen der chinesischen Kampfkünste geht über das Erlernen der bloßen Bewegungen hinaus, und setzt eine gewisse Lebenshaltung voraus. So wird das Üben der Wushu-Formen im Idealfall wichtiger Bestandteil des eigenen Lebens. Wenn man dieses Niveau des Erlernens nicht anstrebt, wird die Art der Ausführung immer mehr oder weniger oberflächlich bleiben. Mit dem Erlernen der Kampfkünste ist es wie mit allen Dingen, die man richtig erlernen will, man benötigt Geduld, Beharrlichkeit, einen starken Willen und eine/-n gute/-n Lehrer/-in. Es geht weniger darum einen Gegner zu überwinden, sondern vielmehr darum sich selbst zu überwinden. Wushu ist eben nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern vielmehr eine menschliche Schulung: Mit Hilfe des beständigen Übens der Wushu-Formen und unter Beachtung der WuDe-Prinzipien sollte jeder Wushu-Schüler stets darum bemüht sein, an seinem Charakter zu feilen und seinen Körper zu pflegen. In China wird dies mit „Xiuxing yangshen“ oder „Wude xiuyang“ zum Ausdruck gebracht (wörtlich: „den Charakter korrigieren, den Körper nähren/pflegen/kultivieren“ oder “ mit Hilfe der Kampfkunsttugend korrigieren und kultivieren“). Auch im Shaolin-Kloster beziehen sich 6 von 10 Regeln für die Mönche auf „WuDe“. 

Baoquan Li — die Begrüßung

Die Abbildung von Handfläche und Faust auf dem Yin/Yang–Kreis wird im Chinesischen als „Baoquan Li“ bezeichnet (wörtlich: der Ritus der zusammen gehaltenen Faust). 

Hierbei handelt es sich um einen alten höflichen Begrüßungsritus, der seit jeher unter Kampfkünstlern üblich ist. Mit ihm wird der Respekt gegenüber der anzutreffenden Person ausgedrückt. Die rechte Faust steht für den Ausdruck von Kraft, und wird auf das ‚Herz‘ der linken Hand gelegt, der Blick ist geradeaus gerichtet, die Augen sind Ausdruck des aufrichtigen Herzens, die Hände werden in etwa 20-30 cm Entfernung vor der Brust gehalten. 

Was die Handfläche betrifft so steht der kleine Finger für Ästhetik, der Ringfinger für Gesundheit, der Mittelfinger für Wissen, der Zeigefinger für Tugend und der geknickte Daumen für Bescheidenheit. 

Schließlich ist noch zu sagen, dass jeder, der mit bescheidener Grundhaltung geduldig und beharrlich, fleißig und unter Anleitung eines/-r guten Lehrers/-in kontinuierlich darum bemüht ist, Körper und Geist zu schulen, und sein „Gongfu“ (Fähigkeit/Geschicklichkeit) und seine Persönlichkeit zu vervollkommnen, sich ab einer gewissen Stufe des Erlernens in unangenehmen, schwierigen und gefährlichen, ja sogar lebensbedrohlichen Situationen automatisch zu helfen wissen wird. 

Qi Gong

Qigong (chinesisch 氣功 / 气功, Pinyin qìgōng, W.-G. ch’i-kung), in geläufiger deutscher Schreibweise auch Chigong, ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations– und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen sollen der Harmonisierung und Regulierung des Qi-Flusses im Körper dienen.

Der Ursprung der Übungen liegt weit zurück, schon bei Zhuangzi werden bestimmte Formen angedeutet, und aus der Zeit der Han-Dynastie liegen Seidenbilder vor. Der Name Qigong wurde zum ersten Mal von dem Daoisten Xu Xun aus der Jin-Zeit verwendet und bezeichnet seitdem bestimmte Übungen in der Kampfkunst. In der Geschichte Chinas hat diese Praxis als Gesundheitsvorsorge immer eine große Rolle gespielt, wurde aber auch für religiös-geistige Zwecke, insbesondere im Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus, eingesetzt und in den Klöstern überliefert. Die Bezeichnung Qigong für diese Übungen findet jedoch erst seit den 1950er Jahren Verwendung und die unterschiedlichen Stilarten des Qigong sind zum Teil ganz neue Entwicklungen, die jedoch auf den jahrtausendealten Traditionen basieren.

In den 1950er Jahren wurde der Name Qigong von dem Arzt Liu Guizhen für diese Gesundheitsübungen verwendet, der in seiner Arbeit Techniken alter Tradition zur Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers und zur Behandlung von Krankheiten verwendete.

Daoismus

Der Daoismus (chinesisch 道家, Pinyin dàojiā ‚Lehre des Weges‘), gemäß anderen Umschriften auch Taoismus, ist eine chinesische Philosophie und Weltanschauung und wird als Chinas eigene und authentische Religion angesehen. Seine historisch gesicherten Ursprünge liegen im 4. Jahrhundert v. Chr., als das Daodejing (in älteren Umschriften Tao te king, Tao te ching u. Ä.) des Laozi (Laotse, Lao-tzu) entstand. Zwischen philosophischem und religiösem Daoismus bestehen zwar teils gewichtige Unterschiede, letztlich sind die beiden aber nicht scharf voneinander abzugrenzen.

Neben Konfuzianismus und Buddhismus ist der Daoismus eine der Drei Lehren (三教, sānjiào), durch die China maßgeblich geprägt wurde. Auch über China hinaus haben die Drei Lehren wesentlichen Einfluss auf Religion und Geisteswelt der Menschen ausgeübt. In China beeinflusste der Daoismus die Kultur in den Bereichen der Politik, Wirtschaft, Philosophie, Literatur, Kunst, Musik, Ernährungskunde, Medizin, Chemie, Kampfkunst und Geographie.